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...cross-sexed...cross-dressed... ...geschlechtsnichtkonform...
...transident...

...zu sein ist Ausdruck von Vielfalt, nicht von Krankheit.

Geschlechts-Dysphorie kann dann entstehen,
wenn Menschen darunter leiden,
dass Gender und Zuweisungsgeschlecht nicht zueinander passen.


Dann biete ich Unterstützung im Prozess der Geschlechtsangleichung.

Ich begegne Trans* Menschen und deren Angehörigen, bzw. Begleitpersonen grundsätzlich mit einer respektvollen Haltung. Respektvoll gegenüber ihren Lebenserfahrungen und deren bisherigen Lösungen für die besonderen Herausforderungen, die eine GD mit sich bringt. 

Menschen mit geschlechtsnichtkonformen Identitäten gewähre ich Behandlungsmöglichkeiten, um den Weg zur Geschlechts-Identität gehen zu können und die psychische Belastung im Rahmen der Geschlechtsdysphorie, sofern eine vorliegt, zu reduzieren.

In einem sich ständig weiterentwickelnden Prozess erweitert sich mein Fachwissen über die gesundheitsbezogenen 

Versorgungsbedürfnisse von transsexuellen, transgender und geschlechtsnichtkonformen Menschen, um zu einer angemessenen gesundheitsbezogenen Versorgung beizutragen. 

Dabei habe ich eine grundsätzliche Offenheit für dynamische Entwicklungen in Bezug auf Geschlecht und Identität, sowie jegliche Formen der Verschränkungen.

Ein transparentes und die Kinder, Jugendlichen, Eltern und Begleitpersonen teilhabendes Vorgehen bildet den Kern der Begleitung, deren Grundlage eine strukturelle Neutralität gegenüber der Entwicklungsrichtung ist.





Erst mal ein paar Definitionen... 

Transgender - Trans* Personen sind Menschen, die sich vorübergehend oder dauernd mit einem Gender identifizieren, das sich von ihrem Zuweisungsgeschlecht bei der Geburt unterscheidet. 

Geschlechtsnichtkonformität meint das Ausmaß, in dem sich das Geschlechtsidentitätsempfinden und die Geschlechtsrolle oder der geschlechtliche Ausdruck einer Peron von jenen kulturellen Normen die von Menschen eines bestimmten Geschlechts erwartet werden, unterscheidet.

Geschlechtsidentitätsempfinden meint das Empfinden, das Grundgefühl, das Wissen oder die Gewissheit, dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht oder einer anderen Geschlechtidentität aus dem Gender-Sprektrum anzugehören.

Geschlechtsdysphorie GD (früher auch Transsexualität oder Geschlechtsidentitätsstörung genannt) bezeichnet einen klinisch relevanten Leidensdruck, das Unbehagen oder Leiden, der oder das sich aus der Diskrepanz des Genders und dem Zuweisungsgeschlecht, sowie der dazugehörigen Geschlechtsrolle und/ oder der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale ergibt.

Intersexualität - Intersexuelle Körper: es handelt sich um Menschen, deren geschlechtliches Erscheinungsbild von Geburt an, hinsichtlich der Chromosomen, der Keimdrüsen, der Hormonproduktion und der Körperform nicht nur männlich oder nur weiblich ausgeprägt ist, sondern eine Mischung darstellt. Die medizinische Fachwelt hat sich auf den Überbegriff Störungen der sexuellen Entwicklung (Disorders of Sexual Development, DSD) geeinigt.

Transhomosexualität versteht man als idie Orientierung von Frau-zu-Mann transsexuellen Jugendlichen, die sich sexuell zu homosexuellen Jugen oder zu Trans-Jungen hingezogen fühlen.

Konstitutionelle Bisexualität ist der Sachverhalt, dass jedes weibliche Individuum männliche Anteile in sich trägt und jedes männliche Individuum weibliche.

Diagnosesysteme: Im ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitszustände) wird nicht mehr zeitgemäß von einer "Störung der Geschlechtsidentität im Kindesalter" (F64.2), bzw. nach Abschluss der Pubertät die Diagnose "Transsexualismus" (F64.0) gesprochen, was erst im ICD-11, die am 1.1.2022 in Kraft tritt, geändert werden soll. Die neue diagnostische Bezeichnung lautet: "Geschlechtsinkongruenz im Kindesalter (HA61)“ und „Geschlechtsinkongruenz im Jugend-und Erwachsenenalter (HA60)“, die dann in das Kapitel 17 als „Zustände mit Bezug zur sexuellen Gesundheit“ eingeordnet werden.

Im DSM-5 (Diagnostischer und statistischer Leitfaden psyschicher Störungen, Klassifikationssystem der USA) wird bereits von "Geschlechtsdysphorie bei Kindern" (302.5) und "Geschlechtsdysphorie bei Jungedlichen und Erwachsenen" (302.85) gesprochen.

Erscheinungsformen

Phänomenologie

- Kinder -  Bereits im Alter von zwei Jahren können Kinder Anzeichen aufweisen, die auf eine Geschlechtsdysphorie schließen lassen. Sie äußern etwa den Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören und sind über ihre Körper- und Geschlechtsmerkmale und über ihre Körperfunktionen unglücklich. Hinzu kommt möglicherweise, dass sie Kleider, Spielsachen und Spiele bevorzugen, die typischerweise mit dem anderen Geschlecht in Zusammenhang gebracht werden und bevorzugen es, mit Kindern des anderen Geschlechts zu spielen (Standards of Care (SOC)).

- Jugendalter -   Jugendliche, die ihre primären und/oder sekundären Geschlechtsmerkmale und das Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugewiesen wurde, als inkongruent mit ihrer Geschlechtsidentität wahrnehmen, können sehr darunter leiden. Viele, wenngleich nicht alle, geschlechtsdysphorischen Jugendlichen haben einen starken Wunsch nach einer gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung und körperverändernden, z. B. chirurgischen Maßnahmen. Eine zunehmende Anzahl an Jugendlichen beginnt bereits im Laufe der Pubertät, in der von ihnen gewünschten Geschlechtsrolle zu leben.  

Bei den Ursachen der Transsexualität handelt es sich um ein komplexes Zusammenspiel von biologischen, psychischen, psychosozialen und soziokulturellen Ursachen, die noch dazu individuell sehr unterschiedlich verteilt sind.

Wie oft kommt das vor?
Wie ist der häufigste Verlauf?

Entwicklungsepidemiologie


In einer Studie mit über 8000 Teilnehmern aus Neuseeland wurde unter anderem die Frage gestellt, ob der/die Jugendliche glaubt, Transgender zu sein. Ein Anteil von 1,2 % der befragten Jugendlichen antwortete, Transgender zu sein, 2,5 % gaben an, sich bezüglich ihres Genders nicht sicher zu sein. Eine Häufigkeit von 1,2 % unter Jugendlichen würde allerdings eine weitaus höhere Häufigkeit im Kindesalter bedeuten: Die Mehrzahl aller Kinder, die vor der Pubertät eine Genderdysphorie erleben, arrangiert sich im Laufe der Zeit mit diesen Gefühlen. Je nach Studie erleben lediglich 2–27 % aller Kinder, die wegen GD vorstellig wurden, diese Gefühle auch als Jugendliche und möchten sich deshalb behandeln lassen. Anders formuliert liegt der Prozentsatz derjenigen Jugendlichen, deren GD-Erleben in der Adoleszenz nach Einsetzen der Pubertät nahezu zum Stillstand kam, in Studien bei knapp 85 %.

Entwicklungsverläufe von Kindern, die vor der Pubertät ein ausgeprägte GD erleben, lassen sich in drei Gruppen unterteilen:

1. Desister DG Gruppe A: Kinder arrangieren sich mit ihren geschlechtsspezifischen Körpermerkmalen und entwickeln später

in der Pubertät eine homosexuelle oder bisexuelle Orientierung

→ häufigster Verlauf!

2. Desister DG Gruppe B: Kinder arrangieren sich mit ihren geschlechtsspezifischen Körpermerkmalen und entwickeln später

in der Pubertät eine ausschließlich heterosexuelle Orientierung

→ seltenster Verlauf!

3. Persister DG: die GD bleibt bis in die beginnende Adoleszenz erhalten und verstärkt sich im Zuge der in der Pubertät beginnenden Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale

→ Behandlungswunsch und möglicherweise Behandlungsindikation zur Geschlechtsangleichung .

Behandlungsablauf

 

Das Ziel der Behandlung von Geschlechtsdysphorie ist eine individuelle Geschlechts-Identität zu erreichen,

verstanden als die subjektive und individuelle Identifikation einer Person als männlich, weiblich oder einer anderen Geschlechtsidentität aus dem Gender-Spektrum. 

Identitätsentwicklung

Marcia unterscheidet vier Identitätsentwicklungszustände:


1. Identitätsdiffusion: Identitätserkundung findet nicht statt. Verbindliche Entwscheidungen für oder gegen ideologische Werte und / oder einen Beruf werden nicht getroffen.

2. Übernommene Identität: Das aktive Erkunden von Identitätsmöglichkeiten wird immer noch vermieden. Werte, Zielsetzungen und Erwartungen von den Eltern oder anderer wichtiger Personen werden unkritisch übernommen.

3. Identitäsmoratorium oder Zeit der Identitätskrise: Erkunden und Experimentieren mit verschiedenen Rollen und Identitäten findet statt; aber noch endgültige Entscheidung für oder gegen eine Rolle, Identität oder Zughörigkeit.

4. Erarbeitete Identität: Nach erfolgreicher Identitätssuche und Überwindung der Identitätskrise wird das Moratorium beendet und ein stabiles Verpflichtungssystem etabliert. Entscheidend ist nicht für welche Rolle die Jugendlichen eine Entscheidung getroffen haben, sondern dass sie ihre Rolle selbst gewählt haben.

Marcias Theorie von den aufeinanderfolgenden Identitätsentwicklungszuständen beschreibt die allgemeine Idenitätsentwicklung in der Adoleszenz. Sie lässt sich auf die Aspekte der Geschlechts-Identitätsentwicklung und die sexuelle Entwicklung anwenden. So kann sie helfen zu verstehen in welcher Phase der Entwicklung sich Trans* Menschen befinden, die an einer Geschlechtsdysphorie leiden. Dies ist ein wichtiger Teil der Diagnostik als erster Teil der Behandlung nach einem Erstgespräch .

„Es gibt nicht einfach den Körper – es gibt das Körpergeschlecht, das bei der Geburt erstmalig und im Laufe des Lebens immer wieder (formal, institutionell, diskursiv) zugeschrieben wird; es gibt ein subjektives geschlechtliches Körperempfinden, das sich im Laufe der Zeit verändert; es gibt die Wahrnehmung des Körpers durch andere, mittels derer immer wieder die Geschlechtlichkeit zugeordnet wird; es gibt eine habituelle oder situative Expressivität; es gibt eine Körpergeschichte verschiedenster psychischer und physischer Erfahrungen - und all dies knüpft sich an, verknüpft sich mit und konstituiert somatische und physiologische Prozesse.“ (Engel, 2002, S. 187) .

Behandlung

Für die Behandlung der GD sind Standards festgelegt. Die AWMF hat Leitlinien: "Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans-Gesundheit: S3-Leitlinie zur Diagnostik, Beratung und Behandlung" für Behandler und Patient*innen herausgebracht. Darüber hinaus gibt es die "Standards of Care, Versorgungsempfehlungen

für die Gesundheit von transsexuellen, transgender und geschlechtsnichtkonformen Personen" der WPATH.

Behandlungsschritte:


1. Ausführliche umfängliche Psychodiagnostik der GD und ggf. vorhandener anderer Symptome 

2. Analyse und Aktivierung der familiären Ressourcen, Ansprechen und Modifizieren von ggf. problematischen Interaktionen 

3. Altersgerechte Aufklärung aller Beteiligten (Psychoedukation) über potentiell mögliche Behandlungsoptionen 

4. Erörterung von schützenden und beeinträchtigenden Faktoren in Schule, Familie und sozialem Umfeld

5. Angebot und Vermittlung von  zusätzlichen Hilfsangeboten

6. Behandlung bestehender Gesundheitsstörungen, z.B. Depressionen, Ängste, etc.

7. Aufbau sozialer Akzeptanz und Vorbereitung des Coming-out.

            Nicht-psychotherapeutische, medizinische Behandlungsschritte, je nach Alter:

                1. Gabe von pubertätsunterdrückenden Hormone (ab Tanner-II-Stadium)

                2. Östrogentherapie (MTF) / Testosterontherapie (FTM) (ab 16 Lj.)

                3. Mastektomie / Operationen im Genitalbereich (ab 18. Lj.)

8. Nachsorge bis zu einer stabilen Geschlechts-Identität

- Psychodiagnostik - 
Das Prinzip der Verlaufsbeobachtung 



"Zur Zeit ist es unmöglich die Diagnose Transsexualismus auf der Basis objektiv messbarer Parameter zu stellen. Jedoch ist eine richtige Diagnose von allergrößter Bedeutung. Deshalb ist der diagnostische Prozess langwierig und aufwendig." (Cohen-Kettins / Pfäfflin 2003, S. 152)

Zu Beginn der Diagnostik im Rahmen der Leitlinien werden sowohl Jugendliche als auch Kinder, sowie deren Erziehungspersonen befragt. Dabei stehen Fragen zu Interessen, Körpererleben, Beziehungen zu anderen Kindern und Jugendlichen und vor allem zu deren (Behandlungs-) Wünschen im Vordergrund. 

Im Weiteren wird die geschlechtsbezogene Entwicklung erfragt, beispielsweise das erste Auftreten geschleschtsatypischen Verhaltens, erstes Auftreten des Wunsches dem anderen Geschlecht anzugehören und Fragen nach schönen und bealstenden Lebensereignissen. Dabei wird auch erfragt wie das nahe Umfeld darauf reagiert hat und wie der aktuelle Status der sozialen Integration ist, beispielsweise wie die Wünsche und Erwartungen der Eltern hinsichtlich des Geburtsgeschlechtes sind.

Auch die sexuelle Entwicklung ist neben der Geschlechts-Identitätsentwicklung Teil der Befragung, da das eine gut vom anderen abgegrenzt werden muss.

Ein wichtiger Teil ist das Erfassen (und behandeln) der ggf. auftretenden Begleiterscheinungen wie beispielsweise Ängste, depressive Phasen, Störungen des Sozialverhaltens, selbstverletzendes Verhalten und Suizidalität.

Neben den Gesprächen kommt Testdiagnostik in Form von Fragebögen zum Einsatz und ausführliche Anamnesebögen für die Jugendlichen und deren Erziehungspersonen. 

In einem Gespräch können wir uns erstmal kennen lernen.

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